Ein Ostermarkt 2022 - kann das klappen?

Gespeichert von main_ina am Do, 11/18/2021 - 09:14

Ich plane einen Ostermarkt 2022.

Ein Termin ist vermerkt: 26. und 27. März. 9 Anmeldungen habe ich schon bekommen.

Die Aussteller:innen stehen in den Startlöchern. Wir hatten viel Zeit für kreatives Arbeiten. Unsere Kisten sind voll mit Keramik, Filzwerken oder gedrechselten Well-Hölzern, unsere Mappen mit Bildern und Karten gefüllt, Seifen-Lager duften durchs ganze Haus, Papieranhänger füllen die Mappen, Mützen wurden gestrickt, es wurde genäht - wir hatten viel Zeit. Wir dachten an die Weltlage und arbeiteten an unseren Lieblingsdingen. Wie soll es werden? Wo steuern wir hin? Wann ist die Pandemie zu Ende? Wird dann alles wieder gut?

Jetzt plane ich einen Ostermarkt. Besucher:innen und Aussteller:innen rufen mich an. Frau B., eine ganz treue Liebhaberin schöner Dinge. Sie freut sich so sehr, wenn wieder ein Markt in der Alten Scheuer stattfinden kann. Frau A., die Fingerhüte sammelt. Jeder Kunsthandwerker/Künstler kennt sie. Sie lässt sich Fingerhüte bemalen von Leuten, die sie beeindrucken. Frau S., die alle Näh-Tricks drauf hat, die alle Termine kennt im Land. Täglich 1 Anruf, gefühlt. Der Weltladen will einen großen Stand beim nächsten Ostermarkt. 

Die Corona-Zahlen steigen. "Wir werden ein schlimmes Weihnachten erleben", sagt RKI-Präsident Prof. Dr. Dr. hc. mult Lothar H. Wieler. "Wenn wir nicht sofort Maßnahmen ergreifen!" sagt Herr Prof. Wieler.

Aber ich plane. Ich hoffe. Wir hoffen, dass die Maßnahmen greifen, dass es wieder besser wird. Dass alles wieder gut wird. "Die Zukunft war früher auch besser!" sagt zwar Karl Valentin, aber "Schlägt dir die Hoffnung fehl, nie fehle dir das Hoffen! Ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen!, sagt Herr Rückert, Weisheit des Brahmanen. Und Karl Jaspers, der deutsche Philosoph und Psychiater, sagt: "Hoffnungslosigkeit aber darf es nie geben, wenn Menschen mit Menschen leben." 

In diesem Sinne, bleiben wir hoffnungsvoll.